Die Steiermark im April ist kein Ort für Sandplatztennis. Morgens liegt Nebel über den Plätzen, mittags brennt die Sonne, und abends wird es so kalt, dass der Ball kaum noch springt. Wer dort ein Turnier über fünf Tage spielt, lernt mehr über Anpassung als über Technik.
Das Tennis Europe 14 und Under in Bad Waltersdorf war für Levin das erste internationale Turnier der Saison 2026 und der erste Auftritt in der neuen Altersklasse. In der Kategorie 3 treffen Spieler aus ganz Mitteleuropa aufeinander, die meisten von ihnen ein Jahr älter.
Der Weg ins Finale
In der ersten Runde ging es gegen einen Italiener, der über den Aufschlag kam. Levin verlor den ersten Satz deutlich, fand danach die Antwort und gewann in drei Sätzen. Es war das Muster, das sich durch die Woche zog: schwieriger Start, dann eine Anpassung, die funktionierte.
Im Viertelfinale folgte ein Dreisatzsieg gegen Federico Midili, im Halbfinale ein klarer Erfolg in zwei Sätzen gegen Elias Greil aus Österreich. Nach vier Tagen stand ein Dreizehnjähriger aus Zürich in seinem ersten internationalen Einzelfinale.
Das Finale
Gegen Fabian Leitner lief der erste Satz weg, 3:6. Im zweiten kippte das Spiel vollständig: 6:0 für Levin, elf gewonnene Punkte in Folge, der Gegner fand keinen Zugriff mehr. Wer in diesem Moment auf der Tribüne sass, rechnete mit einem Sieg.
Der dritte Satz ging dann 4:6 verloren. Nicht, weil das Niveau gefallen wäre, sondern weil der Gegner nach einer halben Stunde Pause zurückkam und wieder den langen Ball spielte, den er im zweiten Satz nicht getroffen hatte. So entscheiden sich Juniorenfinals: nicht am besten Schlag, sondern an der Fähigkeit, nach einem verlorenen Satz von vorn anzufangen.
Was davon bleibt
Ranglistenpunkte sind das eine. Wichtiger war die Erkenntnis, dass das Niveau erreichbar ist. Wer einmal gegen einen Gegner dieser Klasse einen Satz zu null gewinnt, weiss danach, wo er steht. Diese Gewissheit trägt weiter als jedes Resultat.
Es war ausserdem das Turnier, nach dem die Entscheidung für den Wechsel an die Jofre Porta Academy auf Mallorca fiel. Drei Monate später war Levin dort. Der Zusammenhang ist kein Zufall: Wer auf diesem Niveau bestehen will, braucht mehr Stunden auf dem Platz, als sich neben einer normalen Schulwoche unterbringen lassen.
In der Saisonbilanz steht Bad Waltersdorf mit vier Siegen und zwei Niederlagen. In der persönlichen Bilanz steht es anders: als das Turnier, nach dem klar war, dass der Weg weitergeht.

