Es gibt im Junioren-Tennis einen Punkt, an dem sich die Frage nicht mehr umgehen lässt: Reicht das, was neben der Schule möglich ist? Für Levin war dieser Punkt im Frühling 2026 erreicht.
Zwei bis drei Stunden Training am Tag, dazu Athletik, dazu Turniere am Wochenende, das ist in der Schweiz gut organisierbar. Auf internationaler Ebene treffen Spieler dieser Altersklasse aber auf Gegner, die vier bis fünf Stunden am Tag auf dem Platz stehen, in einem Umfeld, in dem Schule und Training aufeinander abgestimmt sind. Der Unterschied zeigt sich nicht in der Technik. Er zeigt sich im dritten Satz.
Warum Mallorca
Die Jofre Porta Academy liegt bei Palma. Jofre Porta hat in seiner Laufbahn unter anderem Rafael Nadal und Carlos Moyá in der Ausbildung begleitet, zwei Spieler mit sehr unterschiedlichem Stil und derselben Grundhaltung: Geduld als Waffe.
Für einen Spieler, dessen stärkste Eigenschaft die Anpassung im Spiel ist, passt das. Dazu kommen die äusseren Bedingungen: Sandplatz das ganze Jahr, ein spanischer und internationaler Turnierkalender mit kurzen Anreisen, und ein Umfeld, in dem Leistungssport der Normalfall ist und nicht die Ausnahme.
Wie ein Tag aussieht
Der Morgen beginnt mit Technik und Matchtraining, der frühe Nachmittag gehört der Athletik, am späten Nachmittag folgt Schule. Abends steht Regeneration an, und einmal pro Woche eine Einheit mit Videoanalyse. An Wochenenden mit Turnier verschiebt sich alles, die Schule wandert dann in die Woche danach.
Der grösste Unterschied zum Leben in Zürich liegt nicht im Trainingsumfang, sondern in der Selbstverständlichkeit. Wer in einer Akademie lebt, muss nicht erklären, warum er am Freitagabend nicht mitkommt. Alle anderen sind aus demselben Grund da.
Was das für die Familie heisst
Ein solcher Schritt ist eine organisatorische und finanzielle Entscheidung. Er bedeutet Wohnen im Ausland, Schulkosten, Trainingskosten, Reisen zwischen Mallorca und der Schweiz, dazu die internationalen Turniere. Die Familie trägt das gemeinsam mit dem Verband, der Levin als Mitglied des Nationalkaders U15 begleitet.
Für die Schweizer Verbindung ändert sich nichts. Levin spielt weiterhin für Swiss Tennis, bleibt im Kader, reist mit Delegationen und wird von den Nationaltrainern betreut. Mallorca ist der Trainingsort, nicht der Wechsel der Nation.
Der nächste Schritt
Die Saison 2027 bringt den Übergang in die Altersklasse 16 und Under. Dort werden die Turniere länger, die Felder grösser und die körperlichen Unterschiede deutlicher. Wer dort bestehen will, muss die Grundlage jetzt legen. Genau dafür ist dieser Schritt gemacht.


